MENSCH Feuerwehr

„Menschen ändern sich, Feuerwehr ändert sich – daher müssen wir die Zukunft ganzheitlich betrachten“, erklärt Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), zum Projekt „MENSCH Feuerwehr“.

Leitbild des DFV zur Interkulturellen Öffnung

Das Leitbild zur Interkulturellen Öffnung umfasst sieben formulierte Leitsätze, die das Selbstverständnis von Feuerwehren abbilden. Wir stellen das Leitbild in verschiedenen Sprachen zur Verfügung: Deutsch, Griechisch, Kroatisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beschäftigt sich der DFV bis Ende 2019 mit der Vielfalt in den Feuerwehren. „Wir wollen die interkulturelle Öffnung weiter vorantreiben und uns dazu den Menschen nähern, deren Engagement die Feuerwehr noch diverser machen kann“, erläuterte der DFV-Präsident im Rahmen der Auftaktveranstaltung in Berlin.

Projektziele
Feuerwehren sind ein Ort des gemeinsamen Lernens, der Wertevermittlung und des bürgerschaftlichen Engagements. Da die Bundesrepublik ein Einwanderungsland ist, steht auch die Feuerwehr vor der Herausforderung, neue Zielgruppen für die wichtige Feuerwehrarbeit zu begeistern. Junge Migrantinnen und Migranten jeden Alters sowie unterrepräsentierte Gruppen wie Frauen und Menschen mit Behinderung sollen noch stärker in die Feuerwehrarbeit integriert werden.

Zur Bewältigung dieser Aufgabe wird sich das Feuerwehrwesen weiterbilden. Angebote zur Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung werden gemeinsam entwickelt. Ziel ist die interkulturelle Öffnung des Feuerwehrwesens. Schwerpunktmäßig können Feuerwehren aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sowie interessierte Feuerwehren in Großstädten die Angebote des Modellprojektes nutzen. An bundesweiten Veranstaltungen können Feuerwehrangehörige aus ganz Deutschland teilnehmen.

Begleitet werden die Bildungsangebote von einer internen und externen Öffentlichkeitsarbeit. Das Feuerwehrwesen wird über Angebote des Projektes informiert und die Dokumentation der durchgeführten Veranstaltungen sichergestellt. Das aus dem Projekt entstehende Netzwerk wird das Feuerwehrwesen nachhaltig prägen. Durch Handouts und eine projektbegleitende Studie können die Erfahrungen des DFV nachvollziehbar anderen Trägern zugänglich gemacht werden.

Handlungskonzept
Das Projekt arbeitet in zwei Säulen: Bildung und Sichtbarmachung/ Öffentlichkeitsarbeit
Dafür wurden drei Formate entwickelt:

  1. Angebote zu Persönlichkeitsentwicklung, interkulturellem Lernen, Organisationsentwicklung, Wissenstransfer, Diversität, Integration
  2. Ausstellung „MENSCHen in der Feuerwehr“ mit Begleitprogramm
  3. projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit

Mit Verbandsgremien wird in der Planung und Durchführung zusammengearbeitet. Vielfältige Kooperationspartnerinnen und -partner bringen ihr Knowhow ein. Dazu gehören unter anderem das Pressenetzwerk für Jugendthemen, das Netzwerk für Courage, der Zentralrat der Muslime in Deutschland und Expertinnen und Experten aus dem europäischen Ausland.

Die Hauptzielgruppe in den Feuerwehren sind junge Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der (Jugend-)Feuerwehrarbeit sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die die künftige Ausrichtung der Feuerwehrarbeit verantworten werden. Für das Feuerwehrwesen ist die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine Herausforderung, der es sich seit Jahren stellt.

Eine im Rahmen des DFV-Projektes miteinander reden erarbeitete Handreichung im Themenfeld gibt es hier zum Download.

Das Projektteam besteht aus Steffi Bergmann und Christoph Klapproth.